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Modernes Fadenlifting in der Praxis – Interview mit R. Bogari

In Rahmen ihrer Tätigkeit als Ärztin im Haut- und Laser-Zentrum Berlin-Potsdam behandelt Raniah Bogari tagtäglich eine Vielzahl von Indikationen auf dem Gebiet der Dermatologie, insbesondere der ästhetischen Dermatologie. Sie war so freundlich, uns in einem Interview über ihre praktischen Erfahrungen bzgl. des Fadenliftings mit resorbierbarem Fadenmaterial zu berichten.

Ästhetische Dermatologie: Frau Bogari, das Fadenlifting an sich ist ja bekannt. Was ist an modernem Fadenlifting denn aus Ihrer Sicht neu oder außergewöhnlich?

Bogari: Das Fadenlifting ist insofern neu, als dass es sich beim Silhouette-Soft-Fadenlifting um resorbierbare Fäden handelt. Die Behandlung kann ambulant durchgeführt werden und der Patient ist rasch wieder gesellschaftsfähig. Durch das Poly-L-Milchsäure-Material erzielt das Fadenlifting zudem zwei Effekte: Einen sofortigen Lifting-Effekt und einen langfristigen Effekt durch die Anregung der Kollagenneogenese.

Sie sprachen die Poly-L-Milchsäure als Fadenmaterial bereits an – ist das ein sicheres Material?

Poly-L-Milchsäure ist ein Polymer, welches seit vielen Jahren in verschiedenen medizinischen Bereichen zum Einsatz kommt. Poly-L-Milchsäure ist absorbierbar und biokompatibel mit menschlichem Gewebe. Es ist gut verträglich und man muss vorher keine Allergietests durchführen.

Die bi-direktionalen Kegel gibt es nur bei Silhouette Soft. Was ist hier der Vorteil im Vergleich zu Haken oder Federn?

Die Kegel sind für die langfristigen Ergebnisse und den ausgezeichneten Hebe-Effekt des Fadenliftings verantwortlich. Die Kegel stimulieren eine Kollagenneogenese. Während die Kegel langsam abgebaut werden, formt sich um sie herum neues Kollagen, welches dafür sorgt, dass eine bessere Verankerung im oberflächlichen adipösen Gewebe erfolgen kann. Nach knapp einem Jahr sind 75 Prozent des Kegelmaterials resorbiert.

Der Faden inkl. der Kegel ist einfach einzuführen. Die Silhouette-Soft-Kegel sind beim Einbringen für den Patienten weniger schmerzhaft als Fäden, die Haken oder Federn aufweisen.

Für welche Patienten und Indikationen ist diese Behandlung geeignet?

Indikationen für das Fadenlifting sind die Ptosis der Haut des mittleren Gesichts, Malarvolumen-Verlust, die Ptosis der Kieferpartie, Augenbrauen-Lifting sowie die Erschlaffung der Haut im Halsbereich.

Wie sind Ihre eigenen Erfahrungen mit diesem modernen Fadenlifting?

Ich führe das Fadenlifting mit Silhouette Soft seit ca. einem Jahr durch und habe bisher gute Erfahrungen gemacht. Es ersetzt selbstverständlich kein Facelift, aber man erzielt gute Ergebnisse und die Patienten sind sehr zufriede.

Wie lange dauert es, bis der Patient nach der Behandlung wieder gesellschaftsfähig ist?

Im Bereich des Fadenverlaufes können kleine Einziehungen entstehen, die sich in der Regel nach 1 Woche zurück- bilden. Zudem kann es zu kleineren Hämatomen kommen. Der Patient ist bereits nach 5-7 Tagen wieder gesellschaftsfähig.

Kann es zu Komplikationen kommen? Bei Goldfäden kam es des Öfteren zu Migration und Durchschimmern des Fadennetzwerks.

Komplikationen sind mir bisher nicht bekannt. Poly-L- Milchsäure ist ein abbaubares Material.

Wie lange bleiben die Behandlungsergebnisse erhalten bzw. wie oft muss man die Behandlung wiederholen?

Die Ergebnisse halten ca. 18-20 Monate lang vor.

Kann man die Behandlung mit anderen Eingriffen
(z.B. Botolinumtoxin oder Hyaluronsäure) kombinieren?

Als Kombinationsbehandlung im Rahmen eines Stufenplans erzielt das Fadenlifting sehr gute Ergebnisse in Verbindung mit Radiofrequenz, Filler oder Botulinum.

Silhouette Soft erzeugt nicht nur einen Lifting-Effekt, sondern auch eine Verbesserung des Volumens durch Kollagenneogenese. Kann man hier von einer 2-in-1-Behandlung sprechen?

Ja. Das Fadenlifting sorgt auf der einen Seite für einen sofortigen Lifting-Effekt und auf der anderen Seite wird eine regenerative Wirkung erzielt. Die Poly-L-Milchsäure wirkt im subkutanen Gewebe und stimuliert die Aktivie- rung der Fibroblasten und die Kollagenproduktion.

Sehr geehrte Frau Bogari, vielen Dank für das 
Gespräch!


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