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Fadenlifting mit resorbierbarer Poly-L-Milchsäure

Mit Volumen & sanfter Hautstraffung die Gesichtskontur formen

Fadenmaterial aus Poly-L-Milchsäure wird seit Jahrzehnten in der Chirurgie eingesetzt, auch in der Ästhetischen Medizin. Bei der neuartigen Technik des Fadenliftings mit Silhouette Soft® sorgen Fäden mit kleinen Kegeln,
die wie Perlen aufgefädelt und verknotet sind, für Volumenaugmentation, Repositionierung und Hautstraffung. Mit dieser Technik kann man einen Lift-Effekt mit sofort sichtbaren und nachhaltigen Resultaten erzielen.

Die Münchner Fortbildungswoche für Dermatologie und Venerologie lebt von praktischen Demonstrationen: Der Chirurg Dr. Roberto Pizzamiglio arbeitet in seiner Praxis im Hospital Quirón in Marbella, Spanien, seit einigen Jahren mit Silhouette-Soft®-Fäden. In München zeigte er live an einer Patientin, wie man mit dem neuartigen Fadenlifting die Gesichtskontur an Wange und Kinn mit geringem Auf- wand natürlich straffen kann.

Patentierte Kegel-Technologie für ein ausgezeichnetes Sicherheitsprofil

Basis der Technologie sind Fäden aus Poly-L-Milchsäure, auf denen kleine Kegel, wie Perlen aufgefädelt, mit etwas Spielraum zwischen einzelnen Knoten fixiert sind. Die trichterartigen Kegel dringen beim Einführen des Fadens mit ihrer spitzen Seite leicht ins Gewebe ein. Das große Kegelvolumen ist beim Einführen der Fäden nach hinten ausgerichtet. Dank dieses Trichterhohlraums können sich die Fäden im Gewebe verankern, so dass kein Vernähen oder weitere Fixierungen nötig sind.

Die Straffung wird durch die bidirektionale Struktur der Fäden erreicht: Die kleinen Kegel sind von der Mitte aus in zwei Richtungen entgegengesetzt aufgefädelt. Der bidirektionale Faden wird mit langer Nadel von einer zentralen Einstichstelle in zwei Richtungen ins Gewebe eingeführt. Nach Zug am Faden an der Austrittsstelle fixieren sich die Kegel mit ihrer offenen Hohlseite im Gewebe, was zu einer Straffung und einem sofort sichtbaren, sanften Lift-Effekt führt.

Hauptbestandteil der resorbierbaren Fäden und Kegel ist Poly-L-Milchsäure, dazu ein Glycol-Polymer. Die Kegel werden innerhalb von 8-12 Monaten resorbiert, die Fäden im Laufe von 18-24 Monaten. Im Gewebe stimuliert das Material dabei die Kollagenneogenese rund um Kegel und Faden, was als nachhaltiger Regenerationseffekt sichtbar ist. Die Kollagensynthese im Gewebe um die Kegel schafft eine solide Unterstützung des Bindegewebes und verhindert das Risiko einer Migration.

Geplante Geometrie

Die bidirektionalen Fäden können mit ihrer Kombination aus Straffung und Augmentation in verschiedenen Bereichen des Gesichts eingesetzt werden, erläuterte
Dr. Pizzamiglio. Ideale Indikationen sind Ptosis in der Gesichtsmitte und der Kieferpartie, Verlust von Malarvolumen oder auch erschlaffte Haut im Halsbereich. Vor einem Einsatz der Fäden sollte genau analysiert werden, ob das Gewebe mit sanfter Augmentation gestrafft werden kann oder ob besser andere Lifting-Techniken zum Einsatz kommen sollten. So sind überschüssige Haut im Unterkieferbereich mit dicker Haut, vorzeitig gealterte, sehr dünne Haut mit mangelndem Fettgewebe sowie auch hypertrophische Alterung Anzeichen für einen nicht- idealen Patienten.

Positionierung der Fäden in geometrischen Mustern.

Positionierung der Fäden in geometrischen Mustern.

Für die Planung der Behandlungsstrategie zeigte Dr. Pizzamiglio an verschiedenen Schemazeichnungen, wie man die Fäden mit verschiedenen Techniken in Gesichts- mitte und Kieferpartie positionieren kann und dabei in quasi geometrischen Mustern die straffenden Effekte der bidirektionalen Fäden nutzt (s. Abbildung). Neben der Straffung in verschiedenen Gesichtsarealen kann durch Silhouette-Soft®-Fäden auch die Wirkung von Botulinumtoxin anhand eines natürlichen Augenbrauenliftings unterstützt werden.

Kombinierbar mit anderen Techniken

Für eine komplexe dreidimensionale Gestaltung des Gesichts können die Silhouette-Soft®-Fäden auch mit Fillern oder Botulinumtoxin kombiniert werden.
Dr. Pizzamiglio beschrieb das Fadenlifting als “progressive Behandlung“, deren Effekte im Laufe der Zeit noch besser sichtbar würden. Das mache die Technologie zum idealen Synergie-Partner mit Injektionstechniken. Wenn in einer Sitzung verschiedene Technologien eingesetzt werden, bedeute dies Zeitersparnis für die Behandler und geringere Ausfallzeiten für die Klienten.

Nur Lokalanästhesie nötig

Bei all den unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten ist das Prozedere mit lokaler Betäubung und Einsetzen des Fadens immer identisch. Dr. Pizzamiglio betonte, dass für den Einsatz der Fäden lediglich eine Lokalanästhesie nötig sei. Er setzte an Ein- und Austrittsstellen jeweils eine Injektion mit 0,5 cc Lidocain (1% plus Adrenalin 1:200.000). Die Eintrittsstelle wurde zuvor in der Mitte mit einer 18 G intramuskulären Stahlnadel punktiert, um das subkutane Gewebe zu erreichen und das Legen der Fäden mit der 23 G Nadel zu erleichtern. Die Fäden werden unter sterilen Bedingungen durch die Haut in das subkutane Gewebe ein- geführt. Dafür wird die Nadel vertikal angesetzt und erst im Fettgewebe unter der Dermis dann horizontal zur Austritts- stelle geschoben. Pizzamiglio demonstrierte mit zwei Fäden an jeder Wange der Probandin, wie man Faden und Kegel im Fettgewebe und nicht in der Dermis einführen sollte. Dabei kontrollierte er den Verlauf immer wieder mit den Fingern und hob dabei die Dermis an. Der Zug am Faden an der Austrittsstelle zeigt sofortige Resultate.

Dr. Pizzamiglio empfahl, die Fäden nicht zu straff zu ziehen, um eine sanfte Straffung ohne Übergänge zu erzielen. Durch die Verankerung über die Kegel wird der Faden im Gewebe fixiert und kann nach der Positionierung des Fett- gewebes mit den Fingern einfach abgeschnitten werden. Laut Dr. Pizzamiglio sei keine systemische Antibiose nötig, er trägt nur an den Ein- und Austrittsstellen eine antibiotische Salbe auf. Die Einstichstellen verheilen nach wenigen Tagen. In den ersten Tagen sollten die Patienten mechanische Belastungen im Gesicht vermeiden, um die Modellierung nicht zu beeinträchtigen. Dazu gehöre etwa, auf dem Rücken zu schlafen, sowie das Vermeiden von Massagen und Gesichtsbehandlungen.

Schulungsangebote

Die Live-Demonstration in München dauerte mitsamt ausführlicher Erklärungen des italienischen Experten etwa eine halbe Stunde. In dieser Zeit erhielt die Probandin an jeder Wange zwei Fäden zur Straffung der Haut rund um Unterkiefer und Wangenknochen. Doch so schnell der erfahrene ästhetische Mediziner auch war: Er empfahl den interessierten Zusehern, vor dem Einsatz der Technik an einer Schulung teilzunehmen. Mit einem breit gestreuten Angebot von Schulungen in ganz Deutschland bietet der Hersteller Sinclair Pharma in Zusammenarbeit mit Vertriebspartner Aromando Medizintechnik eine solide Basis für den sicheren Einsatz des Fadenliftings mit Silhouette-Soft®-Fäden. Das Produkt, das seit 2009 auf dem Markt ist, wird nur an geschulte Anwender ausgeliefert.


Der Artikel ist auch als PDF verfügbar.

[Quelle: Symposium und Live-Demonstration “Silhouette, a new aesthetic treatment for facial rejuvenation with bidirectional cones“ im Rahmen der 24. Fortbildungswoche für Praktische Dermatologie und Venerologie, 25. Juli 2014, München; Veranstalter: Sinclair Pharma GmbH]